Künstlerisches Statement

Meine künstlerische Praxis entsteht aus dem Bedürfnis heraus, Erinnerung, den Verlauf der Zeit und die komplexe Beziehung zu unserer eigenen Existenz zu erforschen. In jedem Werk überlagere ich Schichten von Empfindungen, die bewusst oder unbewusst bewahrt wurden und weiterhin in mir fortbestehen. Diese Schichten fungieren als Fragmente von Erinnerungen und Emotionen, die im kreativen Prozess hervortreten, Spuren von Geschichte und Abnutzung evozieren und es mir ermöglichen, eine zutiefst intime visuelle Erzählung zu entwickeln.

Die malerische Geste wird zu einer Erweiterung von Körper und Psyche, zu einem Werkzeug, um Zugang zu dem zu finden, was in der gelebten Erfahrung oft verborgen bleibt. Malerei erscheint als Raum der Untersuchung und Kontemplation, in dem das Visuelle in einen stillen Dialog mit dem Emotionalen tritt. Innerhalb dieses Dialogs ist es mein Anliegen, die Faltungen individueller und kollektiver Erinnerung zu entfalten und dabei die Fragilität der Zeit sowie ihre prägende Wirkung auf unsere Selbstwahrnehmung und unser Verhältnis zur Welt anzuerkennen.

Meine frühere visuelle Laufbahn im Film und in der Fotografie bildet ein reiches ästhetisches, disziplinäres und technisches Repertoire, das ich als Grundlage einer kontinuierlich gewachsenen plastischen Reife begreife. In diesem Kontinuum erscheint die Malerei als jener Raum, in dem all meine formalen und existenziellen Erfahrungen zusammenlaufen.

Ich strebe danach, dass meine Werke mit der Strenge musealer Objekte bewahrt werden, fähig sind, in einen Dialog mit institutionellen Räumen zu treten und in Programme langsamer Kontemplation integriert zu werden. Meine Praxis zielt nicht auf flüchtige Sichtbarkeit, sondern auf Dauerhaftigkeit innerhalb von Sammlungen, die Malerei als eine Form materiellen Denkens verstehen.

Biografie

Felipe Schiffrin ist ein chilenischer Künstler, dessen aktuelle Arbeit sich auf die Malerei konzentriert. Seine künstlerische Laufbahn begann im Bereich Film und Fotografie. Er studierte audiovisuelle Kommunikation an der University of Arts, Sciences and Communication (UNIACC). Über fast drei Jahrzehnte hinweg war er als Fotograf und Director of Photography (DoP) tätig und arbeitete mit Plattenlabels, Modemagazinen und Werbeagenturen zusammen.

Im Laufe der Zeit wurde seine visuelle Arbeit von einer vertieften Suche geprägt – einem persönlichen Prozess, der auf Introspektion und kontemplative Praxis ausgerichtet ist. Dieser innere Weg ermöglichte es ihm, seine Beziehung zum Bild und zum kreativen Akt grundlegend neu zu definieren.

Seine Malerei versteht sich als eine Erforschung der Grenzbereiche zwischen Erinnerung, Zeit und Wahrnehmung und übersetzt das Durchschreiten innerer Räume in subtile Formen.

Er lebt und arbeitet derzeit in Santiago, Chile.